Was ist eigentlich schlimmer – ein Chef, der herumbölkt oder einer, der herumeiert? Mit beidem sind Mitarbeiter nicht zufrieden. Sie hätten am liebsten klare Aussagen auf partnerschaftlicher Ebene – als würden zwei Erwachsene miteinander reden, also. Leider reden wir Erwachsenen ja nicht automatisch auf der Erwachsenen-Ebene miteinander.
Wenn die Mitarbeiter aber dieses Ideal nicht bekommen, hätten sie gerne wenigstens einen berechenbar verbesserungswürdigen Chef. So sagten es jedenfalls Teilnehmer in einem Workshop, die sich selbst fragten, warum sie sich über den einen schnauzenden Chef so viel mehr aufregten als über den anderen, ebenfalls schnauzenden Chef.
Ihr Ergebnis: Der zweite ist zwar ein Choleriker, aber man weiß, was ihn in die Luft gehen lässt. Bei dem anderen hing es scheinbar komplett von dessen Stimmung ab.
Ob meine Workshopteilnehmer ihre Chefs angemessen analysiert haben, will ich hier nicht diskutieren. Wichtig ist aber das Prinzip hinter dieser Beschreibung: Wenn Mitarbeiter den Eindruck bekommen, ihr Verhalten hätte keinen Einfluss auf die Reaktion, erleben sie im Psycho-Jargon mangelnde Selbstwirksamkeit. Das ist extrem frustrierend und vermutlich burnoutfördernd.
Manche haben vor einem unberechenbar schnauzenden Chef eine solche Angst, dass sie übervorsichtig werden und krampfhaft versuchen, Fehler zu vermeiden. Andere nehmen eine Scheißegal-Haltung ein. Nur ganz Wenige behalten ihre Begeisterung für ihre Aufgabe bei.
Fazit: Lassen Sie sich in Ihrem Führungsverhalten nicht von Ihren Stimmungen bestimmen, sondern konzentrieren Sie sich auf die Leistung Ihrer Mitarbeiter.




