Empathie lernen!?

surprised faceWas nützt es, dass Führung mit Empathie wirkungsvoller gelingt, wie ich hier behauptet habe, wenn die Spiegelneuronen als Basis der Empathie unwillkürlich anspringen? Man könnte daraus schließen, dass man die eigene Empathie nicht beeinflussen kann. Dann bräuchte man sich im Rahmen der Persönlichkeitsentwicklung um das Thema nicht zu kümmern.

Zwei Dinge machen mir aber Hoffnung:

  • Unser Hirn entwickelt sich auch noch im Erwachsenenalter.
  • Es ist bekannt, unter welchen Umständen die Spiegelneuronen aktiv werden.

Daraus schließe ich, dass man das Spiegelneuronensystem “trainieren” und so seine empathischen Fähigkeiten ausweiten kann. Dazu muss man die Umstände schaffen, die die Spiegelneuronen aktivieren. Wenn ich das richtig verstanden und beschrieben habe, führt die Wahrnehmung anderer lebender Menschen zur inneren Handlungssimulation mitsamt den damit verknüpften Gefühlen. Fein! Die Wahrnehmung lässt sich beeinflussen.

Ich denke mir das in zwei Schritten: Wir lenken unsere Aufmerksamkeit bewusst auf die anderen, z. B. Kollegen und Mitarbeiter und fragen uns: Was tut er oder was passiert ihm gerade? Wie würde ich mich in der Situation fühlen? Im zweiten Schritt sollte man sich dann klar machen, dass der andere anders fühlen kann als man selbst. Deshalb geht es jetzt um Überprüfung und Horizonterweiterung. Passt die Köpersprache unseres Gegenübers zu den Gefühlen, die wir ihm unterstellen? Praktisch ist, wenn wir uns mit anderen darüber austauschen können, was sie wahrgenommen und interpretiert haben. Noch praktischer ist, wenn wir die betreffende Person oder Gruppe selbst fragen können, ob wir mit unseren Vermutungen richtig liegen.

Zusammengefasst: Wenn Führungskräfte ihre empathischen Fähigkeiten weiterentwickeln möchten, empfehle ich zunächst, bewusst andere zu beobachten und sich vorzustellen, selbst in deren Situation zu sein. Darüber hinaus halte ich es für sinnvoll, die Körpersprache zu beobachten und sich mit anderen darüber auszutauschen, was sie wahrnehmen und was das auslöst.

Noch eine Ergänzung: Aus einem Artikel bei BR-online lässt sich ableiten, dass die Mitgähntendenz eines Menschen auf seine empathischen Fähigkeiten schließen lässt. Es ist doch gut, einen Maßstab zu haben!

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