Laut Steven Reiss bestimmen 16 grundlegende Bedürfnisse und Werte das menschliche Verhalten, die Lebensmotive. Er geht von zwei Voraussetzungen aus:
- Sie sind übergeordnet gültig, beschreiben also alle von Menschen als intrinsisch wert- und sinnvoll erlebten Handlungen als Selbstzweck.
- Motiviertes Verhalten resultiert jeweils entweder aus einem einzelnen Lebensmotiv oder aus einer Kombination von dahinter liegenden Motiven.
In ihrem Buch Die 16 Lebensmotive : Was uns wirklich antreibt. stellen Fuchs und Huber neben einer ausführlichen Beschreibung der einzelnen Motive einen Kurztest für das eigene Motivprofil zur Verfügung.
Hier ein Überblick über die 16 Motive:
- Macht (Power): das Streben nach Einfluss, Erfolg, Leistung, Führung
- Unabhängigkeit (Independence): das Streben nach Freiheit, Autarkie, Selbstgenügsamkeit
- Neugier (Curiosity): das Streben nach Wissen und Wahrheit
- Anerkennung (Acceptance): das Streben nach sozialer Akzeptanz, Zugehörigkeit und positivem Selbstwert
- Ordnung (Order): das Streben nach Klarheit, guter Organisation, Struktur, Stabilität
- Sparen (Saving): das Streben nach Anhäufung materieller Güter und nach Eigentum, sammeln
- Ehre (Honor): das Streben nach Loyalität, Moralität, Prinzipien
- Idealismus (Idealism): das Streben nach sozialer Gerechtigkeit und Fairness
- Beziehungen (Social Contact): das Streben nach Freundschaft, Nähe zu anderen , Humor
- Familie (Family): das Streben nach Familienleben und der Erziehung eigener Kinder
- Status (Social Status): das Streben nach öffentlicher Aufmerksamkeit, Titeln, Reichtum
- Rache (Vengance): das Streben nach Konkurrenz, Kampf, Aggressivität, Vergeltung
- Eros (Romance): das Streben nach Sexualität, erotischem Leben, Schönheit
- Essen (Eating): das Streben nach Nahrung, Freude am Essen
- Körperliche Aktivität (Physical Activity): das Streben nach Fitness, Bewegung, den eigenen Körper zu spüren
- Ruhe (Tranquility): das Streben nach Entspannung, emotionaler Sicherheit
Während einer sich beruflich ins Zeug legt, um Einfluss zu gewinnen (Macht), tut ein anderer möglicherweise das Gleiche, weil es seinen Prinzipien entspricht, sein Bestes zu geben (Ehre). Menschen können also das Gleiche aus unterschiedlichen Gründen tun. Sie können aber auch dasselbe Ziel anstreben und unterschiedliche Wege gehen – z. B. Macht im Betriebsrat oder in der Geschäftsführung suchen.
Die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Menschen, die zusammenarbeiten, genau das Gleiche Motivprofil haben, ist gering. Selbst wenn ein oder zwei Motive übereinstimmen, kann man bei anderen weit auseinander liegen. Das sind dann die Punkte, an denen einem der andere im günstigsten Fall etwas seltsam erscheint. Denn man nimmt sich selbst als Maßstab dafür, was “normal” ist. In ungünstigeren Fällen führt das zu explosiven Mischungen.
Eine gute Basis für die Zusammenarbeit ist, zu wissen und zu akzeptieren, dass Menschen eben unterschiedlich ticken. Auf dieser Basis lässt sich vernünftig darüber reden, was jedem wichtig ist und ob das wunderbar zusammen passt, irgendwie kompatibel ist oder auf Dauer unerträglich wird.




